Das ist Mehrgenerationen-Wohnen

Die Ziele unserer Initiative sind:

  • Selbstständigkeit erlangen und bewahren
  • Gegenentwurf zu anonymer Wohn- und Heimsituation, zugewandtes Zusammenleben von Jung und Alt, Wohngruppe zur Integration und Stabilisierung bei körperlicher/psychischer Beeinträchtigung
  • Wissen und Können teilen: voneinander lernen
  • Kontakte und Anregungen finden, gemeinsam Neues erleben, nach individuellem Bedürfnis zusammen kochen und essen, Ausflüge machen, feiern …
  • Nachbarschaftshilfe bieten und finden, auch öffentliches Engagement im Kleinen: Einbindung „Externer“ in Freizeitaktivitäten (bspw. durch regelmäßige Öffnung von Hobby- bzw. Fitnessraum, Festivitäten im Garten, Sport und Spiel, Einladungen zu Wanderungen und Lesekreisen, monatl. „Sonntagsbrunch“)
  • Alltagshilfen nutzen: beim Einkaufen, bei der Gartenarbeit, bei der Organisation von Pflege im Krankheitsfall, bei der Beaufsichtigung oder Begleitung der Kinder zu Kindergarten und Schule, bei behördlichen Anliegen, bei handwerklichen Dingen, bei der Zubereitung von Mahlzeiten
  • Gemeinschaftliche Nutzung von „Kostenfressern“: Hobby- und Freizeitraum, Fitnessraum, Fahrzeug, Garten

Vorteile des gemeinschaftlichen Wohnens

Das Gemeinschaftliche Wohnen und das Mehrgenerationenwohnen bietet mehrere Vorteile, von denen möglichst alle Bewohner profitieren sollten:

  • es vermittelt Geborgenheit für Menschen, die sich integrieren und ihre Egoismen zurückstellen
  • es hilft Einsamkeit zu überwinden, unter der viele alleinstehende alte Menschen leiden
  • es ermöglicht Hilfe und Arbeitsteilung zwischen Jung und Alt, z.B. bei der Kinderbetreu­ung, beim Einkauf, bei der Haus- und Gartenarbeit usw.
  • es trägt dazu bei, möglichst lange Selbständigkeit zu erhalten und selbstbestimmt zu wohnen (ohne Pflegeheim)

Wir suchen

  • 5–15 Mitbewohner (Mieter, Eigentümer …)
  • 1 Bauträger bzw. Projektträger
  • geeignete Immobilie(n)
  • Sponsoren und Unterstützer

Weitere Informationen

„In den Wohngemeinschaften sollen sich Jung und Alt wohlfuehlen und sich fuereinander enga­gie­ren. Alle profitieren. Aeltere Menschen verfuegen ueber enormes Lebenswissen und einen wert­vol­len Erfahrungsschatz, den wir nicht verschenken duerfen. Sie bieten Zeit und Rat. Die jungen Men­schen wiederum koennen den aelteren Menschen bei der Bewaeltigung des Alltages behilflich sein. Die gegenseitige Unterstuetzung und Naehe foerdert den Zusammenhalt der Generationen.“

(zitiert aus FGW-„Newsletter Gemeinschaftliches Wohnen Nr. 77 vom 28.8.09)

Bei selbst organisierten bzw. selbstverwalteten Gemeinschaftlichen Wohnprojekten können Sie – wenn alle Beteiligten harmonieren und ihre ggf. unterschiedlichen Vorstellungen in einem ausdisku­tieren Kompromiss eingebracht haben – von Beginn an mitgestalten und größtmöglichen Einfluss auf Planung, Ausführung / Bauqualität des Gebäudes (und meist auch ihrer Wohnung) und die Form des Zusammenlebens nehmen, mehr als dies bei „konventionellen“ Bauvorhaben (über Investoren, Bauträger, Makler, usw.) möglich wäre.

Jedes Wohnprojekt ist anders, weil die Rahmenbedingungen und die Interessen der Teilnehmer meist sehr unterschiedlich sind und die volle Spannbreite vom „normalen“ Mietwohnverhältnis über genossenschaftliche Beteiligung (bei der die Mieter einen 2 – 20 %igen Eigenbeitrag an den Baukosten – meist zwischen 1000 und 30.000 € – leisten müssen), Mietkauf (bei dem die gezahlte Miete auf den Kaufpreis angerechnet wird) und Kauf (mit sofort vollem bzw teilweisem Eigentumsverhältnis an dem Gebäude bzw. der Wohnung oder mit Erbpacht)

Von Seiten der Politik wird das Gemeinschaftliche Wohnen auf Bundesebene z.B. durch das Mo­dellpro­gramm „Neues Wohnen – Beratung und Kooperation für mehr Lebensqualität im Alter“ und teil­weise durch die auf lokaler bzw. Kreisebene aktiven „Bündnisse für Familie“ unterstützt. Auf Lan­desebene – bisher leider noch nicht in Thüringen – werden Baukostenzuschüsse oder Förder­mit­tel ausgereicht, auf kommunaler Ebene kann z.B. Bauland günstig bereitgestellt werden. Auch mit Hilfe einer Wohnungsgesellschaft bzw. lokalen Baugenossenschaft oder eines privaten In­vestors bzw. Sponsors kann das jeweilige Wohnprojekt unterstützt werden. Bei unserem Projekt gestattete uns die Stadtverwaltung Jena vom Herbst 2009 bis zum Sommer 2011 auf der Jena- Homepage unser Vorhaben vorzustellen.  Aber auch bestimmte Banken (z.B. die bundeseigene KfW und die anthroposophisch ausgerichtete GLS-Bank in Bochum) tragen durch Vergabe von günstigen Bau-Krediten / -Darlehen dazu bei, dass weitere Wohn­projekte realisiert werden können.